Telemedizin-Projekt COVICare-M-V

– Patientenzentrierte interprofessionelle Telekonsultation bei postviralen Symptomkomplexen –

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Die Folgen einer Erkrankung mit dem Coronavirus (SARSCoV-2-Infektion), die häufig als Long- oder Post-Corona-Erkrankung bezeichnet werden, stellen Betroffene sowie das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen. Auch nach dem pandemischen Zustand leiden viele Patient*innen über Monate hinweg unter anhaltenden sowie vielfältigen Symptomen wie Erschöpfung (Fatique), Atembeschwerden und Konzentrationsstörungen. In der aktuellen Fassung der S1-Leitlinie „Long/Post-Covid“ wird hervorgehoben, dass die Pathogenese (Symptomverlauf) bisher nicht geklärt sowie bei jedem einzelnen Patienten anders ist. Bisher sind weder Biomarker noch spezifische Test- sowie Therapieverfahren etabliert, um die betroffenen Patienten eindeutig zu identifizieren und medizinisch zu versorgen.

Eine sektorenübergreifende, interdisziplinäre sowie auf Dauer angelegte Intervention ist deshalb entscheidend. Hier setzt das Forschungsprojekt COVICare-M-V an. Es ist ein vom Bundesministerium für Gesundheit gefördertes Modellvorhaben der Universitätsmedizin Rostock mit dem Ziel, den niederschwelligen Zugang zur professionellen Diagnostik zu organisieren und die Versorgung von Patientinnen mit Long bzw. Post-COVID in Mecklenburg-Vorpommern nachhaltig zu verbessern.

Der zentrale Baustein des integrierten Versorgungsforschungsprojektes ist eine Videosprechstunde mit der Long-COVID-Ambulanz an der Universitätsmedizin Rostock via Telemedizin. Das telemedizinische Angebot steht für teilnehmende Hausärztinnen und Hausärzte (Interventionsarm) aus der Region Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung. Um die Videoberatungen besser zu koordinieren, wurde eine digitale Termin-Koordination implementiert.

Gemeinsam mit dem Forschungsteam des Instituts für Allgemeinmedizin Rostock hat MEYTEC eine digitale Plattform zur Erfassung von studienrelevanten Daten (Fragebögen und Ergebnisse medizinischer Tests) sowie Vitaldatenmessungen entwickelt. Die teilnehmenden Arztpraxen wurden hierfür mit einem mobilen Equipment MEYCARE® Sets ausgestattet. Das Set verfügt über die notwendigen Messkomponenten, sicheren Zugang zur digitalen Datenerfassungsplattform sowie leistungsstarke Mobilfunkverbindung (Multi-SIM). Das MEYCARE® Set kann so sowohl in der Praxis als auch bei Hausbesuchen zum Einsatz kommen. Das optimale Nutzungserlebnis wird u.a. durch eine benutzerfreundliche Dateneingabe (Touchscreen) sowie automatische Übertragung von Messdaten in die Dokumentation via Bluetooth erreicht.

Die ersten Studienteilnehmenden wurden bis Ende 2025 mit MEYCARE® Sets ausgestattet und in die Nutzung der technischen Komponenten eingewiesen.

Weitere Informationen über das COVICare-M-V Projekt:

tropen.med.uni-rostock.de/forschung/covicare-mv

Publikationen:

Patient-centred interprofessional teleconsultation for post-viral symptom complexes in German primary care-protocol for the cluster-randomised controlled COVI-Care M-V trial
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40926236/